Eine kleine Zeitreise



Wie es vor 50 Jahren begann

Ein neues Lehrwerk für Deutsch als Fremdsprache findet seinen Verleger

Ernst Hueber
Ernst Hueber

Dem rastlos reisenden und Kontakte knüpfenden Verleger Ernst Hueber entgeht nicht, dass ein schnell wachsendes Interesse am Erlernen der deutschen Sprache besteht. Um die Lücke im Angebot zu füllen, kauft er kurzerhand ein bereits 1929 entstandenes Lehrwerk ein: Schulz/Sundermeyer Deutsche Sprachlehre für Ausländer.

Für dieses Buch werbend besucht er im Herbst 1954 (mit dem Fahrrad!) auch Frau Dr. Dora Schulz, die Geschäftsführerin des 1952 wieder gegründeten Goethe-Instituts. Seine Gesprächspartnerin macht ihn beiläufig darauf aufmerksam, dass bereits ein Manuskript für ein Anfängerlehrbuch Deutsch für Ausländer vorliege - es war bei ersten Deutschkursen des Goethe-Instituts 1953 in Bad Reichenhall im Wesentlichen unter der Ägide ihres Kollegen Dr. Heinz Griesbach entstanden und erprobt worden. Ernst Hueber wusste nicht - und es hätte ihn wohl auch nicht interessiert -, dass das Material in der vorliegenden Form bereits von zwei Sprachverlagen abgelehnt worden war. Er entschied sich auf der Stelle: der Vertrag wurde am 19. November 1954 unterzeichnet.

Deutsche Sprachlehre für Ausländer

Der Titel Schulz/Griesbach, Deutsche Sprachlehre für Ausländer wurde in bewusster Anlehnung an das etablierte Werk von Schulz/Sundermeyer gewählt. Mit dem 1955 erschienenen und millionenfach verkauften "Schulz/Griesbach", der auch eine gewaltige Zahl von Folgeprodukten auslöste, begann eine neue Ära - im Max Hueber Verlags und im Deutschunterrichts für Ausländer.

Lesen Sie auch den Beitrag "Am Anfang war fast nichts. Wie es vor 50 Jahren begann" zum Jubiläum "50 Jahre Goethe-Institut 2001" und
Die Ersten im Goethe-Institut von Heinz Griesbach.